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Am 29.03.2010 besuchten wir auf Einladung Lions Club Mühlhausen ein Meeting, zu dem der einladende Präsident der Lions, Herr Peterseim, den wichtigsten Gast des Abend vorstellte, den einzigen blinden Rennfahrer der Welt, Herrn Ralf Mackel. Es wurden zwei Videos gezeigt, die sehr beeindruckend belegten, wie Herr Mackel, der von Geburt an nur über ein ganz schwaches Restsehvermögen von etwa 1/50-stel eines Sehenden verfügt, sowohl auf dem Hockenheimring mit seinem Auto als auch auf dem Sachsenring mit seinem Motorrad sich mit Hilfe eines Rennfahrers fit macht, die Strecke dann allein absolvieren zu können. Ralf Mackel ist 45 Jahre alt und wurde in Bad Homburg geboren. Er wollte er sich nicht in die enge Welt von Blinden pressen lassen und ging schon früh eigene Wege. Zum Beispiel bastelte er gern und baute sich mit 10 Jahren schließlich ein fahrfähiges Moped zusammen. Einen seiner größten Träume, trotzt seiner Behinderung Rennfahrer werden zu können, konnte er sich also dank seines unbändigen Willen und seiner zielgerichteten Strebsamkeit selbst erfüllen. 1994 schloss er seine Ausbildung zum Rennfahrer mit PKW und Motorrad erfolgreich ab, gehört unter anderem inzwischen zu den Top Ten der Einzelfahrer auf Formal Renault. Seit Anfang 2009 besteht eine Kooperation zwischen Ralf Mackel und Kawasaki Deutschland. Wie es schafft Ralf Mackel das für uns Sehende Unglaubliche, trotz Blindheit Rennen zu fahren? Erster Schritt ist, dass er die besonders markierte Rennstrecke mehrmals mit den Fingern auf einem Plan abfährt. Danach absolviert er als Beifahrer einige Runden, um sich den Streckenverlauf einzuprägen. Bei leicht geöffnetem Fenster achtet Herr Merkel auf das Echo von verschiedenen Objekten, wie Tribüne, Boxenmauern oder Betonwänden usw. sowie auch auf die Beschaffenheit der Fahrbahn. Er benutzt einen extra für ihn konzipierten Rennhelm, durch den Windgeräusche reduziert werden, wozu auch noch ein eigens für sein Auto konstruierter Spoiler beiträgt. Auch mit Hilfe seines außerordentlich ausgeprägten Zeitgefühls formt sich aus all diesen Informationen das Bild der Strecke in seinem Kopf ab. Schließlich ging Herr Mackel auf ein Projekt ein, das er selbst ins Leben gerufen hat und welches ihm sehr wichtig ist: Seit einigen Jahren ermöglicht er blinden Kindern und Jugendlichen in mehrwöchigen Lehrgängen, an ihrem Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen positiv zu arbeiten, indem er ihnen seine eigenen Erfahrungen weiter gibt. Er bringt sie unter anderem auf schwierigem Weg und in langsamen Schritten dazu, ihre Angst und Unsicherheit so weit zu besiegen, dass sie sogar selbstständig GoKart fahren können. Da dieses Projekt sehr gute Erfolge zeitigt und für die betroffenen blinden Teilnehmer eine hervorragende Hilfe zur Selbsthilfe bei der Bewätigung des täglichen Lebens darstellt, er aber völlig ohne staatliche Unterstützung auskommen muss, ist Herr Mackel auf fremde Hilfe angewiesen. Sein Projekt finanzierte er bisher durch Spenden und einen beträchtlichen Teil eigener Mittel. Abschließend haben die etwa 40 Teilnehmer an dem Meeting je eine Spende für das Projekt übergegeben, die aus unserer Sicht aber nur ein erster Schritt für weitere Unterstützung sein sollte.
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