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Am 20.03.2010 folgten 17 rotarische Freunde und ihre Damen sowie einige Gäste der Einladung zu einer Mühlentour durch das schöne Ilmtal von Bad Berka bis nach Eberstedt bei Bad Sulza. Erstes Ziel der Tour war die „Kunstmühle“ in Kleinhettstedt unweit von Stadtilm. Diese Mühle befindet sich seit 1732 im Besitz der Familie Morgenroth, wurde in den 1970-er Jahren enteignet und nach der Wende in 8. Generation von Friedrich Morgenroth wieder übernommen. Sein Sohn Ulf, seit 2004 Geselle der Müllerhandwerks, steht zur Wahrung der Familientradtion bereit. Er empfing unsere Gruppe und führte uns in die wechselvolle Geschichte der Mühle bis hin zu deren Umstrukturierung seit Ende der 1990-er Jahre. Ausführlich und kompetent wurden uns die Konstruktion der Mühle und die Wirkungsweise der einzelnen Maschinen erläutert. Gegenwärtig betreibt die Familie Morgenroth nur noch eine inzwischen gut florierende Senfmühle und stellt in eigener Regie hervorragende natürliche Produkte her. Das Mühlrad, das durch das Wasser der Ilm angetrieben wird, dient heute nur noch zur Stromherstellung mit einer Turbine. Im Mühlenladen durften wir die 22 verschiedenen Senfsorten probieren, die selbstverständlich auch zu Verkauf stehen. Nach leichtem Mittagsmahl ging die Tour auf der Bundesstraße 87 weiter nach Buchfahrt. Die imposante historische Wassermühle in Buchfahrt erreicht man nach Überqueren der Ilm über eine der bedeutendsten überdachten Thüringer Brücken. Die 1818 in zweijähriger Bauzeit errichtete Brücke ist 43 Meter lang und nur 3,20 Meter breit. Größere Fahrzeuge, welche die B 87 befahren, sind deshalb gezwungen, eine Umgehungsstraße zu nehmen. Im Hof der historischen Mühle empfing uns Herr Köhler, der zusammen mit den Morgenroths aus Kleinhettstedt sich sehr dafür engagiert, die alte Tradition des Müllerhandwerks in Thüringen zu bewahren. Er informierte unsere Gruppe über die zahlreichen bedeutenden diesbezüglichen Initiativen. Da hinsichtlich des Führens von historischen Mühlen sowie der Herstellung besonderer Mahlprodukte großer Fachkräftemangel besteht, war die Gründung einer Aus- und Weiterbildungsstätte erforderlich geworden. Darum wurde die Mühle in Buchfahrt zu einer Lehr- und Versuchsmühle umgestaltet, die mit alter restaurierter Mühlentechnik ausgestattet ist und somit sehr gute Voraussetzungen für eine praktische Ausbildung bietet. Darüber hinaus stellt Herr Köhler nach Bedarf in der Mühle auf herkömmliche Weise unterschiedliche Vollkornmehle her, mit denen er mehrere Bäckereien beliefert, die sich ebenfalls auf Bäckerprodukte nach alter traditioneller Art besonnen haben, die Bäckerei im Mühlenladen der eigenen Familie im gleichen Ort eingeschlossen. Sehr engagiert und kompetent vermochte es Herr Köhler, uns im Innern der Mühle eindrucksvoll vor Augen zu führen, welchen Weg das Korn über verschiedene Maschinen und Arbeitsgänge nimmt, bevor das gewünschte Naturprodukt Mehl schließlich die Mühle verlässt, bereit für den Bäcker. Abschließend besichtigten wir noch gemeinsam das neue Mühlrad, das wie in Kleinhettstedt heute allerdings auch nicht mehr als Mühlenantrieb, sondern zur Strom- produktion dient, der ans Netz geht und bei Bedarf dann über Elektromotor demselben wieder entnommen wird. Wir erhielten hier einen lebendigen Eindruck davon, was für ein schwerer, aber auch vielfältiger, wichtiger und schöner Beruf der des Müller Handwerks war und ist. Das Finale in Buchfahrt fand dann im Mühlenladen mit altdeutschem Backhaus statt, der ein echter Geheimtipp ist. Hier war es nun auch möglich, selbst gebackenes Brot zu probieren sowie das Bier aus der Dorfbrauerei. Nachdem wir uns mit Kaffee und 8 verschiedenen Kuchensorten gestärkt hatten, waren wir bereit für die letzte Etappe unserer Tour. Die Fahrt führte uns nun weiter durch das bezaubernde Tal Ilm abwärts nach Eberstedt, wo wir die letzte Wassermühle unseres Ausflugs besuchten. Die Wassermühle in Eberstedt nahe Bad Sulza hatte, wie andere Mühlen, ursprünglich Mehl produziert . Durch den Bau moderner Mühlen war sie schließlich stillgelegt worden und dem Verfall preis gegeben. Der Initiative zweier Investoren sowie der tätigen fachlichen Beratung der Müller in Kleinhettstedt und Buchfahrt war es zu verdanken, dass auch sie zu neuem Leben erweckt werden konnte. Als Ölmühle insbesondere für Senföle erschloss man sich hier damit ebenfalls eine Marktlücke und wirtschaftet darüber hinaus auch mit guter Gastronomie sowie attraktiven Übernachtungsmöglichkeiten sehr erfolgreich. Da man hier wegen des hohen Grundwasserspiegels nahe der Ilm keine Baugenehmigung für ein Bettenhaus erhielt, kam man auf die geniale Idee, eine größeren Teich zu schaffen und darauf einzigartige schwimmende Hütten zu errichten. Nach individueller Besichtigung der gesamten Anlage führte Frau Martin in Geschichte und Entwicklung der Ölmühle ein, was sie mit einem entsprechendem Video untermalen konnte. In der „Mühlenschenke“ erwarteten uns danach frisch gefangene Forellen aus eigenen Aufzuchtgewässern, die ebenso lecker zubereitet waren wie die anderen von uns Gästen gewünschten Speisen. Ein schöner, erlebnis- und lehrreicher Tag ging für alle Teilnehmer der Tour fröhlich zu Ende.
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